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„Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz“

Mehrere Frauen stehen nebeneinander im Gebet und stützen sich
Datum:
2. Aug. 2026
Von:
Markus Koch

Simmern – Jeden Mittwoch findet auf dem Schloßplatz in Simmern oder wetterbedingt in der Josefskirche in Simmern ein Friedensgebet statt, zu dem sich jeden Mittwoch Menschen aus verschiedenen christlichen Traditionen in ökumenischer Verbundenheit treffen. Auch an diesem Abend kamen viele zusammen, um einen Moment der Ruhe zu finden, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Blick auf das zu richten, was im Leben wirklich trägt.

Das Leitwort „Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz“ gab dem Treffen einen klaren Schwerpunkt:
Welche Werte bestimmen unser Handeln – und wie können sie zu mehr Frieden beitragen?
Die Atmosphäre war aufmerksam und nahbar, geprägt von Menschen, die sich bewusst Zeit genommen hatten, um gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Bibelwort mit Weltlage in Verbindung gebracht.

Die Lesung aus dem Matthäusevangelium (Mt 6,19–23) erinnerte daran, dass wahre Schätze nicht in Besitz oder Einfluss liegen, sondern in dem, was das Leben hell macht. Die Gebetsleitung stellte diesen Gedanken bewusst in den Kontext der aktuellen politischen Lage.

Die Situation in Nordkorea, die Unterdrückung durch autokratische Regime und die anhaltende Unterernährung von Millionen Menschen wurden klar benannt. 

Tolstois Parabel als Spiegel unserer Zeit

Ein prägender Moment des Abends war die Erzählung von Leo Tolstois Parabel „Wieviel Erde braucht der Mensch?“. Die Geschichte des Bauern Pachom, der sich im Streben nach immer mehr Besitz selbst überfordert und am Ende zugrunde geht, wurde als eindringliches Bild für die zerstörerische Kraft von Gier und grenzenlosem Wachstum aufgenommen.

Die Parabel verband sich spürbar mit der biblischen Botschaft: Frieden entsteht dort, wo Menschen Maß halten, teilen und sich nicht über andere erheben.

Fürbitten für Frieden und Verantwortung

In den Fürbitten wurde für politische Verantwortungsträger, für Opfer von Krieg und Vertreibung, für ein gesellschaftliches Umdenken und für den Frieden in den Krisenregionen der Welt gebetet. Ein schlichter Kyrie-Ruf aus der Ukraine setzte einen hörbaren Akzent der Solidarität.

Gemeinschaft, Musik und ein klarer Impuls

Bekannte Lieder wie „Herr, gib uns deinen Frieden“ und „Komm, Herr, segne uns“ trugen das Gebet musikalisch. Ein kurzer Impuls von Jochen Mariss über Gleichmut, Tatkraft und die Fähigkeit, das Veränderliche vom Unveränderlichen zu unterscheiden, rundete den Abend ab.

Zum Abschluss spendete die Gebetsleitung den Segen

Ein wöchentliches Zeichen der Hoffnung

Das Friedensgebet in Simmern ist längst zu einem festen Treffpunkt geworden. Menschen aus Simmern und Umgebung kommen Woche für Woche zusammen, um miteinander zu beten, zuzuhören und sich gegenseitig zu stärken.

Der Abend am 29. Juli hat erneut gezeigt: Frieden beginnt im Alltag – und dort, wo Menschen ihre wahren Schätze erkennen.