Neben Gebeten, biblischen Texten und Zeiten der Stille spielte auch das gemeinsame Singen eine wichtige Rolle. Die Lieder waren nicht im Vorfeld festgelegt, sondern wurden spontan aus den Reihen der Teilnehmenden vorgeschlagen. So entstand eine offene und lebendige Atmosphäre, in der sich viele mit ihren Gedanken, Erinnerungen und Hoffnungen wiederfinden konnten.
Besonders erfreulich war die Vielfalt der Teilnehmenden. Neben den regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern nahmen auch Menschen teil, die sonst kaum Berührungspunkte mit Kirche haben. Sogar zwei Jugendliche schlossen sich spontan dem Friedensgebet an und blieben bis zum Ende. Damit wurde sichtbar, dass die Sehnsucht nach Frieden Menschen unterschiedlichster Generationen und Lebenswelten verbindet.
In den Fürbitten wurde der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt gedacht. Gleichzeitig richtete sich der Blick auf all jene, die sich im Alltag für Verständigung, Menschlichkeit und Versöhnung einsetzen. Die gemeinsamen Gebete, Lieder und Betrachtungen schufen auf dem Schlossplatz eine Atmosphäre der Verbundenheit und des gegenseitigen Respekts.
Zum Abschluss konnten die Besucherinnen und Besucher einen selbst gebastelten Papierkranich mit nach Hause nehmen. Viele nutzten diese Möglichkeit gerne. So wurde aus einem Symbol des Friedens eine kleine Erinnerung für den Alltag: Hoffnung lässt sich teilen und weitertragen.
Der Abend machte deutlich, warum sich der ökumenische Gebetskreis seit Jahren Woche für Woche auf dem Schlossplatz versammelt. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er braucht Menschen, die ihn erbitten, Menschen, die an ihn glauben, und Menschen, die bereit sind, Hoffnung weiterzugeben.
So gingen viele mit einem Papierkranich in der Hand und einem Gedanken im Herzen nach Hause: Frieden beginnt dort, wo Menschen Hoffnung teilen. Und manchmal bekommt diese Hoffnung sogar Flügel.