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„Wenn der Urlaub nachklingt – Inseln der Ruhe im Alltag“

Kirchenbesucher beim Umtrunk nach dem Abendlob
Datum:
16. Aug. 2026
Von:
Markus Koch

Rayerschied. Die Sommerzeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Sie bringt Leichtigkeit, neue Eindrücke und Momente, in denen man spürt, wie gut es tut, einmal aus dem Gewohnten auszusteigen. Genau dieses Gefühl lag spürbar in der Luft, als die Kirche in Rayerschied am 9. August bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Abendlob unter dem Leitwort „Inseln im Alltag – was bleibt vom Urlaub?“ nahm die Besucherinnen und Besucher mit hinein in die Frage, wie sich die Kraft der Ferienzeit in den Alltag hinüberretten lässt.

Ulrike Nerkamp bei der Eröffnung

Ulrike Nerkamp und Angelika Dötsch vom örtlichen lokalen Team Rayerschied eröffneten den Abend mit einer kurzen Umfrage, die sofort eine offene und lebendige Atmosphäre schuf. Die Fragen nach neuen Erlebnissen, nach dem ersten Urlaubsziel oder nach dem Gefühl, schon wieder urlaubsreif zu sein, ließen viele schmunzeln und machten zugleich deutlich, wie unterschiedlich Menschen ihre freie Zeit erleben. Angelika Dötsch knüpfte daran an und leitete zum zentralen Gedanken über: Was bleibt vom Urlaub? Welche Erfahrungen tragen weiter? Und wie können solche Momente zu kleinen Ruhepunkten im Alltag werden?

Ulrike Nerkamp vertiefte diesen Gedanken mit einem Impuls zur Sabbatruhe. Sie erinnerte an die biblische Schöpfungserzählung und die Bedeutung des siebten Tages als heiligem Ruhetag. Die strengen Regeln des jüdischen Sabbats wurden anschaulich erklärt und mit der Frage verbunden, wie wichtig echte Unterbrechungen heute für das seelische Gleichgewicht sind. Die Besucher wurden eingeladen, über ihren eigenen Sonntag nachzudenken und darüber, was dieser Tag für ihre innere Ruhe bedeutet.

Angelika Dötsch

Angelika Dötsch nahm anschließend die Erzählung von der Speisung der Fünftausend in den Blick. Sie zeigte, wie Jesus selbst Orte der Stille suchte und seine Jünger dazu ermutigte, sich auszuruhen, bevor sie wieder in den Alltag zurückkehrten. Die Frage „Welche Brote habe ich aus dem Urlaub mitgebracht?“ wurde zu einem Bild dafür, die eigenen Kraftquellen bewusst wahrzunehmen und nicht zu unterschätzen.

Markus Koch führte diesen Gedanken mit der Geschichte des erschöpften Elija weiter, der unter dem Ginsterstrauch zusammenbricht und von einem Engel gestärkt wird. Der Impulstext machte deutlich, dass Gott Menschen nicht nur in großen Aufbrüchen begegnet, sondern gerade dort, wo sie müde sind. Kleine Gesten – ein Atemzug, ein gutes Wort, ein stiller Moment – können zu Inseln werden, die tragen und den nächsten Schritt ermöglichen.

Andrea Sehn-Henn gab Tipps für einen gelungen Urlaub

Andrea Sehn-Henn schloss mit praktischen Hinweisen, wie solche Inseln im Alltag entstehen können. Sie sprach über das Staunen in der Schöpfung, über Dankbarkeit, über Familienzeit, über kleine Pausen im Tageslauf, über Rituale, die den Tag strukturieren, und über die Suche nach Gottes Spuren im Alltag. Die Impulse verschiedener geistlicher Autoren gaben dem Abend eine große thematische Tiefe und machten deutlich, dass Erholung nicht nur eine Frage der freien Zeit ist, sondern auch der inneren Haltung.

Gemischter Chor Wahlbach

Musikalisch wurde das Abendlob eindrucksvoll getragen vom Gemischten Chor Wahlbach unter der Leitung von Irene Kreter sowie von der Sängervereinigung Kappel unter der Leitung von Matthäus Huth. Mit Liedern wie „Solange man Träume noch leben kann“, „Vater unser“, „Leuchtturm“, „You raise me up“ und „Irische Segenswünsche“ verliehen die Chöre dem Abend eine besondere Atmosphäre und unterstrichen die geistliche Tiefe der Impulse.

Begegnung gehört zur Tradition des Abendlobes in Rayerschied

Beim anschließenden Beisammensein blieben viele Besucher noch in der Kirche und auf dem Vorplatz, kamen miteinander ins Gespräch und ließen den Abend in ruhiger Atmosphäre ausklingen. Dabei zeigte sich auch eine große Verbundenheit mit der regionalen Jugendarbeit: Die Kollekte ergab über 500 Euro zugunsten der Jugendkirche crossport to heaven auf dem Flughafen Hahn. Mit dieser Spende wird die Arbeit unterstützt, die jungen Menschen spirituelle Räume eröffnet, sie begleitet und ihnen moderne Formen kirchlicher Gemeinschaft ermöglicht.

Den Gläubigen wurden solche Give aways mitgegeben

Zum Abschluss zogen die Verantwortlichen ein klares Fazit: „Dass die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war, hat uns sehr berührt. Es zeigt, dass viele Menschen spüren, wie wichtig kleine Ruhepunkte im Alltag geworden sind – gerade nach einer Zeit, die oft voller Termine, Erwartungen und Tempo ist.“, so Angelika Dötsch vom Vorbereitungsteam Und Ulrike Nerkamp fügt hinzu: „Wir nehmen aus diesem Abend die Erfahrung mit, dass solche ‚Inseln‘ nicht nur im Urlaub entstehen, sondern überall dort, wo Menschen sich Zeit füreinander und für Gott nehmen. Wenn dieser Gedanke die Besucherinnen und Besucher in die kommende Woche begleitet, dann hat der Abend seinen Zweck erfüllt.“

Das nächste Abendlob ist schon in Planung und wird sehr wahrscheinlich am Freitag, 02.01.2026 um 18.00 Uhr stattfinden.

  • Mehr Informationen zum Abendlob gibt es im Internetauftritt der Pfarrei Simmern-Rheinböllen unter www.st-lydia.de oder bei Andrea Sehn-Henn unter der Telefon-Nr.: 06766/8258.