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Rut – Eine Frau auf der Flucht, die Hoffnung trägt

Bei der Friedensandacht am vergangen Mittwoch, wegen den heißen Temperaturen in der Josefskirche in Simmern stand die biblische Gestalt Rut im Mittelpunkt. Ihre Worte an Naomi – „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen“ – wurden nicht nur gelesen, sondern wie ein Echo in die Gegenwart hineingesprochen.
Die biblische Figur Ruth wird im Mittelpunkt des Friedensgebetes am 24.06.2026 stehen
Datum:
29. Juni 2026
Von:
Markus Koch
Man sieht vier grüne, abgerundete Felder. In der Mitte befindet sich eine violette Spirale. Darauf der Text St. Lydia, Pfarrei

Die Andacht erzählte von Rut nicht als Heldin aus längst vergangenen Zeiten, sondern als Frau, die eine Entscheidung treffen musste, wie sie heute Millionen Frauen treffen: Nicht aus Abenteuerlust, sondern aus Hunger, Trauer, Angst. Nicht, weil sie wollte, sondern weil sie musste.

Man konnte fast spüren, wie Rut mit schwerem Herzen die vertrauten Wege Moabs hinter sich ließ – so wie Frauen heute ihre Städte verlassen, weil Bomben fallen, weil Nächte nicht mehr sicher sind, weil Kinder nicht mehr schlafen können. Die Betrachtung machte deutlich: Flucht beginnt oft mit einem einzigen Schritt – und mit der Hoffnung, dass irgendwo jemand wartet.

Ein Gedicht als Spiegel

Das Gedicht von Gisela Baltes wurde zu einem stillen Gespräch mit einer Frau, die trotz Verletzungen und Enttäuschungen aufrecht bleibt. Es war, als würde jemand neben einem stehen und fragen: „Woher nimmst du deinen Mut? Wer hat dich aufgerichtet?“ Viele der Teilnehmenden hörten darin die Stimmen von Frauen, die heute Grenzen überqueren, weil sie keine Wahl haben.

Rut – eine Geflüchtete, die Zukunft schafft

In der biblischen Einführung wurde Ruts Weg nach Betlehem nachgezeichnet: Wie sie im fremden Land Ähren sammelte, um zu überleben. Wie sie sich nicht versteckte, sondern Verantwortung übernahm. Wie sie durch ihre Treue Teil einer großen Geschichte wurde.

Die Erzählung zeigte: Flucht ist nicht das Ende einer Geschichte – manchmal ist sie der Anfang.

Fürbitten für Menschen auf der Flucht

Die Fürbitten nahmen die Lebenswege heutiger Geflüchteter in den Blick: – Frauen, die wie Rut ihr Zuhause verloren haben – Familien, die im Fremden nach Halt suchen – Menschen, die Mut für einen Neuanfang brauchen – und jene, die wie Boas Verantwortung übernehmen und Fremde aufnehmen

Zwischengesänge aus der Ukraine ließen die Gegenwart spürbar werden.

Ein Segen, der weiterträgt

Zum Abschluss wurde ein Segen gesprochen, der dazu ermutigt, die Wirklichkeit zu verändern und das Lebendige zu fördern. Viele gingen mit dem Gedanken nach Hause, dass Ruts Geschichte nicht nur erzählt, sondern gelebt wird – heute, an vielen Orten, von vielen Frauen.