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Verwurzelt in einer alten Marienlegende

ein eindrucksvolles Bild - die Krautwische in Liebshausen
Datum:
21. Aug. 2026
Von:
Markus Koch
65. Krautwischsträuße wurden verkauft

Das Krautwischfest ist für Liebshausen ein besonderer Fixpunkt im Kirchenjahr. Seine Bedeutung geht weit über den schönen Brauch des Kräutersammelns hinaus – sie wurzelt in einer alten, eindrucksvollen Marienlegende, die in den apokryphen Evangelien überliefert ist.

Nach dieser Überlieferung wurden die Apostel beim Tod Marias von ihren Missionsorten „durch die Luft“ an ihr Sterbebett entrückt. Verschiedene Traditionen nennen Jerusalem oder Ephesus als Ort ihres Entschlafens. Die Apostel hätten Maria bestattet und das Grab mit einem großen Stein verschlossen. Doch unmittelbar danach sei Christus mit Engeln erschienen, habe den Stein weggewälzt und Maria herausgerufen – ein Zeichen ihres Hinübergangs zu Gott. In manchen Fassungen wird sogar erzählt, dass im Grab statt des Leichnams duftende Kräuter lagen. Diese Erzählung, die wohl auf die Schrift Transitus Mariae zurückgeht, prägte besonders die Liturgie der byzantinischen Kirchen und wurde zum Ursprung des Krautwischbrauchs: Kräuter als Zeichen der Nähe Gottes, der Fürsorge Marias und der Hoffnung auf Heil.

Maria Himmelfahrt, ein besonderer Tag in Liebshausen

in Liebshausen wurde diese Tradition am Sonntag wieder mit großer Beteiligung gefeiert. Der Gottesdienst um 10.30 Uhr mit Pater Varun bildete den geistlichen Mittelpunkt. Anschließend konnten die Besucher die gebundenen Krautwische erwerben – 65 Stück wurden verkauft, mehr als im vergangenen Jahr. Nur wenige blieben übrig, ein starkes Zeichen dafür, wie lebendig der Brauch im Dorf verankert ist.

Für Liebshausen ist das Krautwischfest ein Fest der Identität: bodenständig, geistlich tief und lebensnah. Es verbindet die alte Legende mit dem heutigen Glauben – und zeigt, dass Tradition dann weiterträgt, wenn sie mit Herz gepflegt wird.