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Zuhören heißt: „Du bist mir wichtig“

Weihbischof Robert Brahm eröffnet Visitation im Pastoralen Raum Simmern
Weihbischof Robert Brahm begrüßte die Gläubigen beim Josefstag in Simmern
Datum:
22. März 2026
Von:
Markus Koch
Weihbischof Robert Brahm feierte den Gottesdienst mit den Priestern des Pastoralen Raumes

Simmern. Mit einem Gottesdienst hat Weihbischof Robert Brahm am vergangenen Donnerstag das Patrozinium der Simmerner Josefskirche mit dem offiziellen Beginn seiner Visitation im Pastoralen Raum Simmern verbunden. In den kommenden Wochen und Monaten stehen zahlreiche Begegnungen, Gespräche und Besuche in Pfarreien und Einrichtungen auf seinem Programm – ebenso wie die Spendung der Firmung an die Jugendlichen.

Gemeinsam mit dem Weihbischof feierten den Gottesdienst Dekan Lutz Schultz, Pater Varun Raj Pushparaj, (beide Simmern) Vikar Yaroslav Semiv, Pater Kaycee Nwandu (beide Kirchberg) sowie Pater Stanley, Lordu Samy (Kastellaun).

Neben Diakon Harald Braun fungierte Renate Kuhn aus Simmern als Lektorin und an der Orgel begleitete Bernd Loch musikalisch die Gemeinde.

Dekan Lutz Schultz begrüßt Weihbischof Robert Brahm

Dekan Lutz Schultz begrüßte die zahlreichen Gottesdienstbesucher und machte deutlich, wie besonders dieser 19. März sei: „Unser Patron Josef begleitet uns – und gleichzeitig beginnt heute die Visitation. Visitation heißt Besuch, und heute haben wir mit Weihbischof Robert Brahm besonderen Besuch.“ Dass der Gottesdienst ausgerechnet auf den Beginn der bischöflichen Visitation fiel, sei nicht geplant gewesen: „Es hat sich einfach so gefügt.“

Bereits am Nachmittag hatten sich die Hauptamtlichen des Pastoralen Raumes zu einer gemeinsamen Konferenz getroffen; nach der Messe tagte der Rat des Pastoralen Raumes mit dem Weihbischof weiter.

Für Robert Brahm war der Start am Josefstag fast ein Heimspiel. Der Weihbischof ist in Oberwesel aufgewachsen, seine Mutter stammte aus dem Hunsrück. „Deshalb führt mein Weg in die Heimat immer durch den Hunsrück.“, sagte er mit einem Lächeln.

Weihbischof Brahm neben Diakon Harald Braun

In seiner Predigt stellte Brahm den heiligen Josef als jemanden vor, der nicht durch große Worte, sondern durch Haltung wirkt: „Josef ist wichtig, weil er zuhört. Zuhören ist ein Signal.  Es zeigt dem Gegenüber: Du bist mir wichtig und wertvoll.“

Von diesem Gedanken aus blickte der Weihbischof auf die Zeit vor genau 65 Jahren, als die Vorbereitungen zum Zweiten Vatikanischen Konzil begannen. Damals habe „Spannung in der Luft“ gelegen – zwischen Skepsis und Aufbruchsstimmung. Das Konzil habe schließlich deutlich gemacht, dass alle Getauften berufen sind, das Wort Gottes weiterzutragen, nicht nur die Kleriker.

Dass Papst Johannes XXIII. am 19. März 1961, ebenfalls am Josefstag, den heiligen Josef zum Patron des Konzils erklärte, sei kein Zufall gewesen. Josef stehe für die Verbindung von Tradition und Neubeginn, für das sorgfältige Abwägen und das mutige Handeln. „Er ist verwurzelt – und dennoch bereit aufzubrechen“, so Brahm.

Die Impulse des Konzils wirkten bis heute nach – etwa in der Würzburger Synode, der Trierer Diözesansynode und dem Synodalen Weg. Die Kirche stehe aktuell vor großen Herausforderungen, betonte Brahm, besonders aufgrund des Fehlverhaltens von Klerikern. Veränderungen seien notwendig und bräuchten Mut, Ehrlichkeit und Vertrauen.

Gleichzeitig machte der Weihbischof deutlich, dass er die Menschen im Pastoralen Raum als Teil dieses Weges sieht. Zuhören, miteinander sprechen, Verantwortung teilen – all das sei entscheidend für eine Kirche, die glaubwürdig bleiben wolle.

Zum Abschluss gab Brahm der Gemeinde einen Satz mit, der die Botschaft des Gottesdienstes zusammenfasste: „Gehen wir mit Freude. Gott begleitet uns – dann kann es gelingen, dass Menschen ihren Berufungen nachgehen können.“

Zum Pastoralen Raum Simmern gehören die drei Pfarreien St. Michael Kirchberg, St. Lydia Simmern-Rheinböllen und die Pfarrei Heilige Familie Kastellaun. Weitere Informationen gibt es unter www.pr-simmern.de.