Sternsinger in Rheinböllen - mit Sonne im Gesicht und Schnee an den Stiefeln

Samstags ging es bereits los in Kleinweidelbach

Der erste Schritt in die Sternsingeraktion 2026 wurde bereits am Samstag, dem 10. Januar, in Kleinweidelbach gesetzt. Dort war eine kleine Gruppe unterwegs – und der Winter hatte pünktlich seinen großen Auftritt. Über Nacht war frischer Schnee gefallen, der die Dächer, Gärten und Straßen in eine leise, glitzernde Landschaft verwandelte. Die Kinder stapften mit sichtbarer Freude durch die weiße Pracht, ihre Kronen leuchteten gegen den hellen Schnee, und jeder Atemzug stand wie eine kleine Wolke in der kalten Luft.
Es war ein ruhiger, fast märchenhafter Auftakt: kaum Verkehr, gedämpfte Geräusche, nur das Knirschen der Stiefel im Schnee und das fröhliche Lachen der Kinder. Die Bewohnerinnen und Bewohner öffneten ihre Türen mit einem Lächeln, überrascht und erfreut über den frühen Besuch. Dieser kleine Prolog am Vortag gab der gesamten Aktion einen warmen, hoffnungsvollen Start – und machte Lust auf den großen Sternsingersonntag in Rheinböllen.
Ein lebendiger Start in den Sonntag

Am Sonntag, dem 11. Januar, versammelten sich dann 41 Kinder und Jugendliche zum Gottesdienst in Rheinböllen. Pfarrer Varun und Daria Thoi gestalteten die Aussendungsfeier gemeinsam mit Sternsingern und Messdienern, und die Mischung aus Vorfreude, Musik und Gebet verlieh dem Morgen eine besondere Wärme. Um 10 Uhr machten sich schließlich zwölf Gruppen auf den Weg durch die Straßen der Stadt.
Sonne, Schnee und Taschenwärmer

Der Winter zeigte sich von seiner freundlichen Seite: Am Morgen schien die Sonne, und bis zur Mittagspause um 12.30 Uhr blieb es hell und freundlich. Kalt war es trotzdem – aber die Kinder waren bestens gerüstet: Taschenwärmer, lange Unterhosen und Schneeanzüge machten jede Haustür, jede Treppe und jeden verschneiten Bürgersteig gut machbar. „Wir sind gut durchgekommen“, hieß es aus einer Gruppe – und man glaubte es sofort.
Segenspost für alle, die nicht besucht werden konnten

In der Pfarrei St. Lydia, sind die Sternsinger aus Rheinböllen die größte Gruppe. Allerdings ist die Stadt Rheinböllen auch eine sehr schnell wachsende Gemeinde.
Deshalb konnten einige Straßen konnten wie in den Vorjahren nicht persönlich angelaufen werden. Damit niemand ohne Segen blieb, waren 6 Erwachsene unterwegs und verteilten Segenspost in die Briefkästen – eine stille, aber wichtige Ergänzung zur großen Aktion.
Vielleicht ist die Sternsingeraktion deshalb auch das nächste Jahr etwas für euch. Ob als Kind in einer Gruppe oder als Erwachsener beim Verteilen der Segenspost – jede helfende Hand macht die Aktion reicher und wärmer. Wer Lust hat, sich 2027 einzubringen, ist herzlich willkommen.
Hinter den Kulissen - ein eingespieltes Team

Während die Kinder unterwegs waren, lief im Hintergrund alles Hand in Hand. Das Mittagessen wurde vorbereitet, Gewänder wurden sortiert, Spenden verbucht und organisatorische Fäden zusammengehalten. Ursula Baumgarten kümmerte sich um die Gewänder und die Einzahlungen, Familie Pira übernahm die Gruppeneinteilung und praktische Vorbereitung, und Daria Thoi koordinierte die Gesamtorganisation. Schon am Freitag zuvor hatte sie im Pfarrhaus das Vorbereitungstreffen geleitet, bei dem Texte verteilt, Lieder geübt und der Ablauf des Sonntags besprochen wurden.
Man spürte, wie gut dieses Team harmoniert.
Sonderschicht im Puricelli-Stift

Ein besonders berührender Moment der diesjährigen Aktion folgte am Mittwoch, dem 14. Januar. Sechs Sternsingerkinder machten sich auf den Weg ins Puricelli Stift und ins Betreute Wohnen. Schon beim Eintreten spürte man, wie sehr die Bewohnerinnen und Bewohner diesen Besuch erwarteten. Viele hatten sich im Gemeinschaftsraum versammelt, manche standen an den Türen ihrer Zimmer, andere winkten den Kindern schon von weitem zu.
Die Sternsinger sangen ihre Lied, sprachen den Segen und erzählten von ihrem Einsatz am Wochenende. Die Gesichter der älteren Menschen hellten sich sichtbar auf. Einige sangen leise mit, andere klatschten im Rhythmus, und wieder andere hatten Tränen der Rührung in den Augen. Für viele ist dieser Besuch ein Höhepunkt im Januar – ein Moment, der Erinnerungen weckt und Wärme in den Alltag bringt.
Auch für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis. Sie spürten, wie viel Freude sie mit ein paar Liedern, einem Lächeln und dem Segen schenken konnten. Diese Begegnungen zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie wertvoll die Sternsingeraktion über das Spendensammeln hinaus ist: Sie verbindet Generationen, schafft Nähe und bringt Licht an Orte, an denen es besonders gebraucht wird.
ein langer Tag mit einem guten Ende

Um 17 Uhr war das gesammelte Geld gezählt, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 6.260,35 Euro – ein beeindruckendes Zeichen der Großzügigkeit in unserer Gemeinde.
Für das Organisationsteam endete der Tag traditionsgemäß mit einem gemeinsamen Essen um 18 Uhr. Familie Sonnet Dichtelbach, Familie Pira und Ursula Baumgarten aus Rheinböllen ließen den Tag ausklingen, so wie sie es jedes Jahr tun: dankbar, zufrieden und mit dem Gefühl, gemeinsam etwas wirklich Wertvolles bewegt zu haben.
